Theorie und Praxis

Der Verbrauch von Fugenmörtel ist prinzipiell abhängig von der jeweiligen Fugenbreite und -tiefe der zu verfugenden Elementbeläge. Zum Beispiel ist bei Natursteinpflaster die Fugenbreite stark abhängig von den Maßabweichungen des verwendeten Pflastersteins und der handwerklichen Ausführung. Die in der DIN 18318 für Natursteinpflaster angegebenen Fugenbreiten werden in aller Regel nicht eingehalten und sind eher als Mindestfugenbreite anzusehen. Folglich kann sich bei Natursteinpflaster ein erheblicher Mehrbedarf an Fugenmörtel ergeben.

Ein unfachmännisch gepflasterter Verband kann die Ursache für Spätschäden sein. Dies gilt ebenso für Plattenbeläge, die keinen ausreichenden Haftverbund von der Steinunterseite zum Bettungsmaterial haben. Wir empfehlen die Verwendung unserer hochleistungsfähigen Spezialbettungsmörtel BM 04 oder BM 04 S in Kombination mit Haftfix als Haftkleber.

Wichtige Hinweise

Nach dem hammerfesten Versetzen der Elemente muss der verbleibende Fugenraum vollständig mit Fugenmörtel gefüllt werden. Bei Mosaikpflaster muss die Fugentiefe mindestens 3 cm betragen. Fugenvorverfüllungen mit Mörteln oder sonstigen Fugenfüllungen sind nicht zulässig.

Der Fugenmörtelbedarf errechnet sich aus dem Produkt von Fugenvolumen und spezifischem Verbrauch pro Volumeneinheit (siehe Zeile Verbrauch in den jeweiligen Tabellen „Technische Daten“). In den letzten Jahren nimmt bei Natursteinen der Anteil von Pflastersteinen bzw. Platten mit Hinterschnitt zu. Dabei ist die Fußfläche zum Teil erheblich kleiner als die Nutzfläche. Hieraus resultieren stark konische Fugen, welche die Verbrauchswerte erheblich beeinflussen. Bei Fragen sprechen Sie uns bitte an.

Bitte beachten Sie, dass bei Vermörtelung der Fugen eine einwandfreie handwerksgerechte Pflasterung erforderlich ist.

Maßabweichungen

Beispiel für Maßabweichungen bei Pflastersteinen aus Naturstein mit spaltrauher Oberfläche.

Hinterschnitt

Beispiel für Pflastersteine mit (zu) starkem Hinterschnitt.

Natursteinplatten

Beispiel für Natursteinplatten mit starkem Hinterschnitt.

1. Durch den Hinterschnitt ergibt sich im unteren Fugenbereich eine deutlich breitere Fuge. Hieraus resultiert ein erheblicher Mehrverbrauch an Fugenmörtel im Vergleich zu Fugen mit konstanter Breite.

Hinterschnitt

2. Die Fugentiefe ergibt sich aus der Steinhöhe abzüglich der Höhe um die der Bettungsmörtel beim Versetzen in den Fugenraum aufsteigt. Bei Platten entspricht die Fugentiefe der Plattendicke.

Schnitt Pflasterstein

Der Schnitt durch eine Pflasterfläche zeigt, dass STEIN TEC® Fugenmörtel auch starke Hinterschnitte vollständig und blasenfrei ausfüllen.

Schnitt Pflasterstein

Durch das Einschlagen der Pflastersteine in das Mörtelbett steigt der Bettungsmörtel in den Fugenraum auf.

Wir machen darauf aufmerksam, dass es die auf der nicht mehr gültigen DIN 18502 basierenden Begriffe Großpflaster, Kleinpflaster und Mosaikpflaster nicht mehr gibt. Die DIN EN 1342, welche die DIN 18502 abgelöst hat, kennt für die Abmessungen von Pflastersteinen nur noch Nennmaße.