Unbedingte Voraussetzung für gebundene Verlegesysteme ist ein entsprechend den Regelwerken ausgeführter Oberbau. Alle nach den RStO 01 zulässigen Bauweisen mit gebundener wasserdurchlässiger Tragschicht sind geeignet. Für mit Kraftfahrzeugen befahrene Verkehrsflächen wird mindestens die Ausführung nach RStO 01 Bauklasse III empfohlen.

Für gebundene Tragschichten empfehlen wir die Verwendung des optimal auf das STEIN TEC® Mörtelsystem abgestimmten STEIN TEC® Dränbeton DBT 08.

Wichtig für die technisch korrekte Ausführung der gebundenen Elementbauweise ist ein kraftschlüssiger und dauerhafter Haftverbund der Belagselemente mit der Bettung. Ein hoher Haftverbund ist entscheidend für die Belastbarkeit und Dauerhaftigkeit eines gebundenen Elementbelages. Er stellt sicher, dass Spannungen aus Belastungen und Temperaturbeanspruchungen gleichmäßig in den Untergrund abgeleitet werden können, wodurch die Bildung von Rissen weitgehend vermieden werden kann.

Die Haftzugfestigkeit des Bettungsmörtels, ermittelt an Laborprüfkörpern, sollte entsprechend des Arbeitspapiers „Flächenbefestigungen mit Pflasterdecken und Plattenbelägen in gebundener Ausführung” FGSV Nr. 618/2 im Mittel mindestens 1,5 N/mm2 betragen.

Mörtelbettungen ohne Haftverbund zum Belagselement sind schädlich. Das FGSV-Arbeitspapier Nr. 618/2 fordert eine Haftzugfestigkeit von mindestens 0,8 N/mm2 zwischen Belag und Bettung im fertigen Bauwerk. Um dies zu erreichen, muss gegebenenfalls zusätzlich STEIN TEC® Haftkleber Haftfix eingesetzt werden.

Haftzugprüfung

Haftzugprüfung im fertigen Bauwerk. Aufkleben eines Stempels auf einen Bohrkern Ø 150 mm.

Haftzugprüfung

Durchführung der Haftzugprüfung durch herausziehen des Bohrkerns mit einem Hydraulikstempel aus dem Belag.

Bohrkern

Bohrkern Ø 150 mm nach Haftzugprüfung. Der Haftverbund zwischen Bettung und Pflasterstein (hier Blaubasalt) ist bei Verwendung von STEIN TEC® Produkten so hoch, dass die Zugfestigkeit des Bettungsmörtels (Laborwerte BM 04 > 1,5 N/mm2, BM04S > 2 N/mm2) überschritten wird und der Abriss im Bettungsmörtel erfolgt.

Bohrkern

Die vollständige Fugenfüllung aufgrund der hohen Fließfähigkeit des Fugenmörtels ist zu beachten.

Bohrloch

Bohrloch mit Abriss im Bettungsmörtel.

Gemäß FGSV-Arbeitspapier Nr. 618/2 „Flächenbefestigungen mit Pflasterdecken und Plattenbelägen in gebundener Ausführung“ sollten in gebundenen Pflasterdecken und Plattenbelägen Bewegungsfugen im Abstand von 4 m bis 6 m in Längs- und Querrichtung ausgeführt werden.

Durch diese Bewegungsfugen lassen sich Risse reduzieren, jedoch nicht vollständig vermeiden.

Die Elementbauweise ist bedingt durch ihre abschnittsweise Ausführung und die diversen Einflüsse während der Bauphase eine inhomogene Bauweise. Spannungen im Elementbelag infolge Temperaturbeanspruchung und Belastung können sich an nicht vorhersehbaren Stellen – vergleichbar dem schwächsten Glied in einer Kette – durch die Bildung eines Risses entspannen.

Bewegungsfugen sind in ihrer Ausführung konstruktiv aufwendig und müssen regelmäßig unterhalten werden. Bei Verwendung unserer Produkte können unter geeigneten Vorraussetzungen Wärmedehnungen bei Elementbelägen aufgrund des guten Haftverbundes zwischen Belag und Bettung und der optimal aufeinander abgestimmter E-Moduln nahezu ohne makroskopische Rissbildung aufgenommen werden. Zur Erörterung von Details wenden Sie sich bitte an unsere Technik.

Sind in der Unterlage bzw. der Tragschicht Bewegungsfugen bzw. Kerben vorgegeben, müssen diese in der Elementdecke übernommen werden.

Weiterhin sind im Anschluss an Gebäuden und festen Einbauten z. B. Schachtabdeckungen, Straßenabläufen, sowie bei Steifigkeitswechseln in der Unterlage, Bewegungsfugen auszuführen. Die Art der Ausführung von Bewegungsfugen richtet sich nach der zu erwartenden Verkehrsbelastung. Den Schutz nicht druckstabiler Einbauten und die Ausbildung von Bewegungsfugen stimmen Sie bitte mit unserer Technik ab.

Oberflächennahe Haarrisse infolge Schwindens sind bei der gebundenen Elementbauweise unvermeidlich und stellen keine Mängel dar. Sie können durch gezielte Nachbehandlung nach der Verfugung weitgehend vermieden werden, siehe auch Technische Merkblätter STEIN TEC® Fugenmörtel.

Bei der Verfugung wird sich, abhängig von den Oberflächenunebenheiten der Pflasterelemente, infolge des Reinigens in der Regel eine gegenüber der Pflasterstein- bzw. Plattenoberfläche geringfügig tiefer liegende Fugenfüllung (2 - 4 mm) ausbilden. Derartige Fugen gelten als vollständig gefüllt. Bei Verwendung von Pflastersteinen oder Platten mit gefasten oder gerundeten Kanten ist darauf zu achten, dass der Fugenraum nur bis zur Unterkante der Fase/Rundung aufgefüllt wird.

Pflasterfläche

Pflasterfläche mit korrekt ausgeführter, tiefer liegenden Fugenfüllung.

Pflasterfläche

Pflasterfläche mit überfüllter Fuge.